Ein kleines Apartment einrichten

Vor einigen Monaten reisten wir mit unseren Enkelkindern nach Klagenfurt am Wörthersee, in die wunderschöne Region Kärnten, Österreich. Wie so oft bei Familienausflügen stand ein Besuch auf dem Programm, der in erster Linie für die Kinder gedacht war: der Happ Reptilienzoo. Doch was wir dort entdeckten, übertraf alle Erwartungen. Auf nur wenigen tausend Quadratmetern leben mehr als tausend Schlangen und Reptilien. Für die Kinder war es ein Abenteuer – für mich als Künstler eine Inspirationsquelle, die ich nie erwartet hätte.

Die Welt der Schlangen ist faszinierend. Kleine, fast zerbrechlich wirkende Arten glitten anmutig durch ihre Terrarien, während mächtige Boas und Pythons träge über Äste lagen. Giftig oder harmlos, in zarten Farben oder in kräftigen Kontrasten – die Vielfalt war überwältigend. Besonders beeindruckte mich die Art, wie sich Schlangen bewegen. Ohne Beine, ohne Flügel – nur in einer fließenden, wellenartigen Bewegung, die gleichzeitig Stärke und Eleganz ausstrahlt. Es ist eine Symphonie aus Spannung und Entspannung, einzigartig in der Natur.
Zwischen den Terrarien entstand in mir ein Gedanke: Wie könnte ich diese fließenden Linien, dieses Spiel von Bewegung und Ruhe, in meine Kunst übertragen? Metall und Holz erschienen mir als ideale Materialien. Metall, um die gespannte Linie festzuhalten, Holz, um Wärme und Natürlichkeit einzubringen. So entstand die Idee für eine Reihe kleiner Möbelstücke, inspiriert von der geheimnisvollen Welt der Schlangen.

Die Arbeiten, die daraus hervorgegangen sind, seht ihr auf den Bildern. Wandregale, die nicht streng gerade verlaufen, sondern sanft geschwungene Enden besitzen. Seitenteile, die sich biegen, als wollten sie ihre Bewegung fortsetzen. Rahmen, die nicht nur funktional sind, sondern die Eleganz einer schlängelnden Linie einfangen. Im Wohnzimmer fügen sie eine dynamische Form über Sideboards oder Fernsehern hinzu. In der Küche werden alltägliche Dinge in einer spielerischen Umrahmung präsentiert. Im Arbeitszimmer geben sie Struktur, ohne jemals starr zu wirken. Jede Ausführung – ob in Schwarz, Weiß, Taupe oder Blau – erinnert an ein anderes Element der Schlangenwelt: an Kraft, an Zartheit oder an überraschende Farbigkeit.
Schlangen sind in vielen Kulturen Symbole für Transformation und Erneuerung. Sie bewegen sich geschmeidig durch ihre Umgebung und passen sich an, ohne ihre eigene Identität zu verlieren. Für mich ist das genau das, was Kunst leisten sollte: sich einfügen in die Welt – und ihr zugleich Charakter verleihen. Die Natur zeigt uns, dass wahre Schönheit oft in Bewegung liegt, nicht im Stillstand. Dieses Bewusstsein möchte ich mit meinen Arbeiten weitergeben.
Was als leichter Ferientag mit den Enkelkindern begann, wurde zu einer greifbaren Werkreihe, die ich heute mit Stolz zeige. Manchmal liegt die Inspiration nicht in großen Museen oder auf internationalen Kunstmessen, sondern in einer unerwarteten Begegnung mit der Natur. Und wer weiß – welche Formen oder Muster der Natur inspirieren dich in deinem Alltag
